Vorschau auf “Geist und Gehirn 2011 – Friede und Verbundenheit”

Stadtbibliothek Wolfsburg und International Partnership Initiative präsentieren:

GEIST UND GEHIRN 2011
10. Folge: FRIEDE UND VERBUNDENHEIT

Zum Jubiläum: The best of GEIST UND GEHIRN 2002 – 2010

Jeweils ab 19 Uhr im Alvar-Aalto-Kulturhaus. Eintritt: 8 Euro

Wir Menschen sehnen uns nach Frieden, so lange wir zurück denken können. Trotz aller Bemühungen sind wir dem Weltfrieden nicht näher gekommen. Scheinbar tauchen immer wieder „Sachzwänge“ auf, die aggressive Reaktionen erfordern. Liegt es nicht in unserer Natur, friedfertig zu sein? Wieso ist eigentlich “die Natur“ so grausam? Warum müssen sich Lebewesen gegenseitig fressen, um zu überleben? Können wir unser biologisches Erbe jemals überwinden?

Mittwoch, 4. Mai: Quantenphysik und Tiefenpsychologie

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Peter Dürr, eh. Direktor des Max-Planck-Instituts München und Träger des alternativen Nobelpreises: Wir alle sind auf einer geistigen Ebene miteinander verbunden. Die kleinsten Einheiten der Welt sind nicht materiell oder energetisch, sondern eine Art bewusste Verbundenheit. Alle Lebewesen sind Teile desselben Geistes. Wenn etwas in der Welt leidet, leiden wir mit. Wenn Menschen Kriege führen oder Tiere töten, verletzen sie sich auch selbst. Die Verbundenheit ist immer da, auch wenn wir ihre Signale in unserer Körperlichkeit nicht empfangen können.

Prof. Dr. Jochen Hinz, TU Braunschweig und Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover: Das Zukunftsfeld der Möglichkeiten verbindet alle Individuen in einer Art Überbewusstsein miteinander. Aus diesem Quantenfeld entsteht individuell wie kollektiv Neues. Ideen und Gedanken fließen in das Vergangenheitsfeld des kollektiven Unbewussten und gerinnen dort zu Archetypen, Fakten beeinflussen die sog. Realität. Die Kenntnis dieser nichtlokalen All-Verbundenheit der Einzelpsychen und eröffnet Wege für ein friedliches Miteinander.

Mittwoch, 11. Mai: Gehirnforschung und Biophilosophie

Prof. Dr. Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen, Heidelberg/Mannheim: Bereits vor der Geburt machen wir die Erfahrung, dass wir eng mit einer anderen Person verbunden sind. Daher stammt unsere Sehnsucht nach Verbundenheit, aber auch nach Freiheit. Nur in einer Beziehungskultur, die Zugehörigkeit und Autonomie ermöglicht, können Kinder die in ihnen angelegten Potenziale entfalten und Haltungen wie Dankbarkeit, Vertrauen, Achtsamkeit und Friedfertigkeit entwickeln.

Prof. Dr. Eckart Voland, Universität Gießen: Die menschliche Intelligenz entstand ursprünglich als Anpassung an soziale Konkurrenz unter zunehmender Komplexität. Um die Absichten anderer vorherzusehen, entwickelten sich in der Primatenevolution kognitive Kompetenzen sowie Empathiefähigkeit. Unsere Intelligenz dient vorrangig dem Fremdverstehen, wir machen aber letztlich im Eigeninteresse Gebrauch davon.


Mittwoch, 18. Mai: Philosophie und Kunst

Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli, Dphil h.c. (University of Stellenbosch), Präsident der BTU Cottbus: Dürfen wir alles machen, was wir können? Beherrschen wir die Technik, oder hat sie eine „Eigendynamik“ entwickelt, die uns beherrscht? Tragen heute Banker, Konzerne und Politiker die Verantwortung für die Folgen des Fortschritts? Ist Freiheit eine Legitimation der Willkür oder die Verpflichtung zur Selbstregulierung? Wie ambivalent ist der Krieg nach 1989?

Prof. Dr. Markus Brüderlin, Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg: Die Kunstwissenschaft forscht seit dem 19. Jahrhundert nach einem kollektiven Unbewussten, auf das sich alle Formen und Symbole zurückführen lassen. Umgekehrt zeichnen in der ästhetischen Praxis die auf autonome Individualität beharrenden Künstler ein Zeitalter der (schöpferischen) Zerstörung und Zersplitterung und begeben sich – ex negativo – auf die Spur nach der All-Verbundenheit des Einzelnen.


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Birgit Sonnek

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