GEIST UND GEHIRN 11. Mai: Die Evolution der Verbundenheit

Daniel Friedrichkeit ist 18 Jahre alt und befindet sich mitten in den Abiturprüfungen. Trotzdem wird der junge Virtuose am Mittwoch, 11. Mai, um 19.50 Uhr anlässlich der Jubiläumsveranstaltung „Geist und Gehirn“ im Alvar-Aalto-Haus auftreten und das Publikum mit seinem Klavierspiel erfreuen. Auf dem Programm stehen Rachmaninow (Prelude und Moment Musicaux), Beethoven (3. Satz der Mondscheinsonate), Kikta (Sonatine) und Chopin (Fantasie-Interpromptu).

Um 19 Uhr beginnt die Veranstaltung „Evolution der Verbundenheit“ mit der Begrüßung durch Bibliotheksleiterin Petra Buntzoll und einer Einführung durch Dr. Dirko Thomsen von der Volkswagen AG. Um 19.10 Uhr spricht der international bekannte Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen, Heidelberg / Mannheim, über die „Notwendigkeit der Erfahrung von Zugehörigkeit und Autonomie“. Sie ermöglicht es Kindern, die in ihnen angelegten Potenziale zu entfalten und Haltungen wie Dankbarkeit, Zuversicht, Vertrauen, Achtsamkeit und Friedfertigkeit zu entwickeln und im Gehirn zu verankern.

Nach der Pause mit Klavierspiel, Büffet und einem Glas Wein referiert der Evolutionäre Erkenntnistheoretiker Prof. Dr. Eckart Voland, Biophilosoph an der Universität Gießen, über die „Biologische Evolution der sozialen Intelligenz“. Sie entstammt ursprünglich der Primatenevolution und zielte darauf, die Absichten anderer vorherzusehen. Allerdings fallen Selbstwahrnehmung und Fremdverstehen oft auseinander.

Daniel Friedrichkeit ist Schüler der Musikschule Wolfsburg und hat mit seiner Lehrerin Swetlana Fichtner die klassischen Musikstücke eingeübt, obwohl er zwei Tage vor der Veranstaltung seine mündliche Abiturprüfung ablegt und nebenbei auch noch eine christliche Jugendgruppe leitet. Wird ihm das nicht zu viel? „Nein, ich habe ein gutes Gefühl“, versichert das Multitalent. Nach dem Abitur will er ein Duales Studium in Hannover absolvieren und Stadtinspektor in Wolfsburg werden. Hier findet auch sein Praktikum statt. „Ich freue mich schon darauf, die gesamte Stadtverwaltung zu durchlaufen“, erklärt der Klavierkünstler, „aber die Musik werde ich als Hobby beibehalten.“

Birgit Sonnek 04.05.2011

Foto Friedrichkeit: Gerd Sonnek

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