Geist und Gehirn 2012 – „Die Evolution des Raumes“ – Lernwelten“ im Aaltohaus am 9. Mai

Mittwoch, 9. Mai, 19 Uhr im Alvar-Aalto-Kulturhaus
Porschestr. 51, 38440 Wolfsburg
Fon 05 36 1 / 28 2857
(Parken: Theater Wolfsburg, Tiefgarage Südkopf / Rathaus)

Info und Anmeldung:
Stadtbibliothek, Tel. 05 36 1 / 28 25 30 stadtbibliothek@stadt.wolfsburg.de, I.P.I., International Partnership Initiative e.V., Tel. 05361 / 1 22 44, ipi-wolfsburg@online.de, uwe.nuestedt@stadt.wolfsburg.de

Lernwelten

19.00 Uhr Begrüßung:
Dr. Birgit SCHNEIDER-BÖNNINGER,
Geschäftsbereichsleiterin Kultur

Moderation und Einführung:
Prof. Dr. Dr. h.c. Peter MEYER-DOHM, I.P.I
Dr. Dirko THOMSEN, Volkswagen AG

19.15 Uhr
Arbeitsräume – Lernräume, real-virtuell
Vortrag und Diskussion
Welf  SCHRÖTER, Forum Soziale Technikgestaltung Stuttgart

Welf  Schröter

Welf Schröter: Das menschliche Ich erwächst zu einem wesentlichen Teil aus dem Umgang mit der Natur, der Materie, der gegenständlichen Wirklichkeit. Etwas sinnlich anfassen können, stärkt die persönliche Identität.
In Beruf und Alltag nimmt jedoch das nicht-gegenständliche Virtuelle zu. Was bedeutet es für das Werden des Menschen, wenn die Ergebnisse seiner Arbeit weniger greifbar, dafür immer mehr Bestandteile flüchtiger Medien sind? Der Vortrag nimmt die Veränderungen in Arbeitsräumen und Lernräumen als Beispiele für die großen Heraus-forderungen, die auf das Individuum zukommen.

20.00 Uhr Pause

20.30 Uhr

Wissen- oder Lerngesellschaft – Lernräume als Lernträume
Vortrag und Diskussion
Prof. Dr. Dr. h.c. Walther Ch. ZIMMERLI, Brandenburgische Technische Universität CottbusProf. Dr. Dr. h.c. Walther Zimmerli

Walther Ch. Zimmerli: Denken geschieht in der abendländischen Tradition seit der Antike in Kategorien des Raumes; selbst Zeit wird verräumlicht gedacht. Hierbei spielt der Begriff des Ortes (Topos) eine zentrale Rolle. Lernen als kognitiv oder anderweitig bedingte Verhaltensänderung hat daher immer topologischen Charakter.Insofern sind Lern- und Wissensräume von der Vorsokratik über die platonische Akademie bis zur mittelalterlichen Universität konstitutiv. Vor diesem Hintergrund entfaltet der Vortrag am Begriff der „non lieux“ Aspekte einer topologischen Theorie der Wissensgesellschaft und illustriert diese mit Beispielen der Wissensarchitektur.

Ab 21.00 Uhr Diskussionsmöglichkeit und Ausklang

Über die Referenten:

Welf Schröter ist u.a. Initiator, Mitbegründer und Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“ in Baden-Württemberg, das Menschen aus der Arbeitswelt berät und unterstützt und zugleich gewerkschaftsnaher Gesprächspartner im Innovationsdialog
ist. Das Forum hat eine Initiative zur Erarbeitung einer „SozialCharta Virtuelle Arbeit“ gestartet, die Beschäftigten, Betriebs- und Personalräte sowie Gewerkschaften bei der Gestaltung neuer Onlinearbeitswelten unterstützend zur Seite steht. Darüber hinaus war Welf Schröter langjähriges Mitglied verschiedener Beiräte des Bundes-wirtschaftsministeriums zu E-Business und E-Government, viele Jahre Mitglied im Arbeitskreis Technologiepolitik beim DGB Bundesvorstand.Er ist E-Government-Beauftragter des DGB Baden-Württemberg, Autor zahlreicher Aufsätze und Herausgeber mehrerer Bücher wie etwa „Gestaltete Virtualität“. Mitglied
des Vorstandes der Ernst-Bloch-Gesellschaft.

Walther Ch. Zimmerli: Prof. Dr. habil. DPhil. h.c. (University of Stellenbosch), geb. 1945, ist seit dem 15. Mai 2007 Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Er studierte Philosophie, Germanistik und Anglistik am Yale College (Connecticut) sowie an den Universitäten Göttingen und Zürich, wo er 1971 promovierte und nach seiner Assistentenzeit 1978 in Philosophie habilitierte. Seit 1978 bis heute hatte er Lehrstühle an den Universitäten Braunschweig, Bamberg, Erlangen/Nürnberg und Marburg inne.

Von 1999 bis 2002 war er Präsident der Privaten Universität Witten / Herdecke, von 2002 bis 2007 Gründungspräsident der AutoUni sowie Mitglied des Topmanagements des Volkswagen Konzerns, von 2002- 2006 auch Mitglied der Geschäftsführung der Volkswagen Coaching GmbH.

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