Medientipp für Kinder (und Eltern): Ich, Petka und der Esel zuletzt von Daniil Charms

Der Schriftsteller Daniil Charms (1905 – 1942) dessen Texte erst kürzlich durch die schauspielerischen Leistungen von Oliver Simon das Publikum beim Dead-or-Alive-Slam in Braunschweig begeisterten, war ein bedeutender Autor der russischen Avantgarde und Mitbegründer der Künstlervereinigung OBERIU (Vereinigung der realen Kunst).

Daniil Charms (vor der Kinderbibliothek, nach einer Zeichnung von Boris Antonovsky)
Daniil Charms (vor der Kinderbibliothek, nach einer Zeichnung von Boris Antonovsky)

Wie auch einige andere russische Autoren (beispielsweise der bereits 1938 umgekommene Ossip Mandelstam) schrieb er neben Erwachsenenliteratur Kinderbücher. Zwar war er nach eigener Aussage kein ausgeprägter Kinderfreund, die Kinder aber liebten ihn umso mehr. Als mehrfach inhaftierter Vertreter einer von Stalin unterdrückten Literatur- und Geisteshaltung konnte er jedoch kaum Erwachsenenliteratur veröffentlichen, und selbst seine Veröffentlichungen für Kinder brachten ihn in Konflikt mit dem Regime. Durch die Unterdrückung seines Hauptwerkes war Charms in der Sowjetunion auch lange nach seinem und Stalins Tod – wenn überhaupt – „nur“ als Kinderbuchautor bekannt. Charms starb während der Leningrader Blockade vermutlich Anfang Februar 1942 an Unterernährung im Leningrader Gefängnis Kresty

Inhaltlich geht es in „Ich, Petka und der Esel zuletzt“, einem Buch für Kinder ab vier Jahren, um die Wanderung des Protagonisten „Ich“, bei der viele neue Freundschaften entstehen, dies kommt, indem sich zunächst „Petka“ anschließt, ebenso wie der „kleinste Mann der Welt“, dem passenderweise ein sehr langer Mann folgt, ebenso ein Esel. Zum Ende des Buches kommen noch – statt eines Pferdes – ein Elefant und ein Hund hinzu.

Erstens, sang ich mir eins und ging los (Weg bei Wolfsburg)
Erstens, sang ich mir eins und ging los (Weg bei Wolfsburg)

 

Zusammen „pfiffen sie sich eins“ und  bestehen ein Abenteuer, das mit open-end die Fantasie anregt. Geschickt in die Handlung eingebaut ist auch das Üben erster Zahlen (erstens, zweitens drittens, viertens…). Grafisch angereichert wird  das Buch durch die kolorierten Zeichnungen des Illustrators Willi Glasauer.

Zu finden ist es in der Kinderbibliothek im Alvar-Aalto-Kulturhaus unter der Signatur 1.1 Ich

RB

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