Ein Meer von Möglichkeiten

– Dauerausstellung im Selbstlernzentrum Vorsfelde –

Wie eigentlich jedes x-beliebige Jahr zuvor und danach war auch das Jahr 2010 bewegt und von zahlreichen Ereignissen geprägt. Schlagzeilen mit Wow-Effekt waren unter anderem den Marsrobotern Spirit und Opportunity, der vergeblichen Suche nach E.T. (sprich dem erfolglosen Bemühen der US-Weltraumbehörde NASA, dem All intelligente Signale fremder Spezies abzuringen), dem Flugzeugabsturz nahe dem russischen Smolensk, infolgedessen Polens Staatspräsident Lech Kaczyński und ein Teil der Elite des Landes verstarben, der Tragödie auf der Bohrinsel Deepwater Horizon, dem dilettantischen Verkaufsstart des deutschen Touch-Computers WePad, einem isländischen Vulkan, der die Globalisierung verlangsamte und natürlich der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, gewidmet (Quelle).

2010 war aber auch das Jahr, in welchem der umstrittene, mit einem sicheren Gespür für öffentliche Wirkung versehene amerikanische Bestsellerautor, Zukunftsökonom und Kulturkritiker Jeremy Rifkin in seinem Buch Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein prophezeite: Kooperation siegt über Konkurrenz. Rifkin, 1967 Mitorganisator des Marsches auf das Pentagon, bei dem annährend 100.000 Menschen vor dem US-Verteidigungsministerium gegen den Vietnam-Krieg demonstrierten, ist Berater vieler Regierungen, auch der deutschen (Quelle). Beginnt er erst mal mit seinen Zukunftsvisionen, kann man den […] Ökonomen kaum noch stoppen: Revolution, Umbruch, historisch, Gefahr, Chance. Das sind die Worte, die seine Ausführungen regelmäßig begleiten (Quelle). Rifkin ist aber auch ein Meister im Auslassen, ein Generalist, der gerne über die komplizierten und kritischen Details hinweggeht (Quelle). Dementsprechend kontrovers wird über ihn berichtet. Letztlich jedoch ist es egal, wie man zu seinen Thesen steht, denn zweifelsfrei ist er zuallererst ein unverbesserlicher Optimist. Und Optimismus braucht es definitiv, um seinen Visionen zu folgen. Gedankenspiele zum Internet der Dinge und dem Wandel von einer Besitz- in eine Verfügbarkeitsgesellschaft machen an dieser Stelle die Runde. Doch besonders genüsslich doziert er über Chancen. Charmant und voller Hoffnung sind seine Gedanken zur Zukunft der Völker der Erde (Das globale Dorf ist im Begriff, Realität zu werden … wir sind fast so weit, dass wir die Menschheit als eine Großfamilie betrachten können – zum allerersten Mal in der Geschichte.). Selbstverständlich seien große Hindernisse zu überwinden. So ist beispielsweise der Kampf um die kulturelle Vielfalt eines der großen Abenteuer des 21. Jahrhunderts. Doch nicht zuletzt durch die ungeahnte Expansion des globalen Reisens wird die Menschheit wie nie zuvor auf vielfältigste Weise zusammengebracht. Auf diesen Reisen wird zumeist die englische Sprache bemüht, denn Englisch hat sich in den vergangenen 50 Jahren nicht nur als Weltsprache etabliert, sondern in der Liste der Weltsprachen den ersten und bedeutendsten Platz ergattert und befeuert laut Rifkin somit die Theorie eines globalen Dorfes.

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Wolfsburg, global en miniature – Menschen aus mehr als 140 Nationen leben hier -, geht jedenfalls gut gerüstet in das 21. Jahrhundert. Denn Vielfalt ist eine der Stärken dieser Stadt. Ein Blick in den aktuellen Bevölkerungsbericht und auf die Internetseiten zur Internationalität bestätigen dies. Selbstbewusst und stolz auf das Erreichte trägt das Integrationskonzept der Stadt daher den Slogan Vielfalt leben zur Schau (Quelle). Nebenbei bemerkt: Die Vielfalt ist allen Stadtteilen gemein. So stammen alleine aus dem sogenannten Ortsratsbereich Vorsfelde mehr als 3500 Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte.

Dieses Wolfsburger Allerlei macht sich das hiesige Selbstlernzentrum mittels einer Dauerausstellung zunutze. Farbenreich und informativ sind dort ab sofort bis zu den Sommerferien die Flaggen aller 140 in Wolfsburg vertretenden Nationen ausgestellt. Begleitet wird die Ausstellung von weiterführenden Informationen zu einer Vielzahl von Ländern in Form von Landeskunden, Statistiken, Bildbänden und Kochbüchern.

United in diversity

Sieb

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